Der Monitormodus des SIEMENS S4

Mit diesen Telefonen funktioniert es definitiv: S3, S3com, S4, S4power sowie alle baugleichen Modelle.
(this Information in English, provided by Anders Liljeberg)


Monitormodus - was ist das ?

Der Monitormodus dient dazu, vom Telefon Informationen über verschiedene Parameter des gerade benutzten GSM-Netzes sowie einige seiner Betriebsparameter zu erhalten. Diese Informationen sind (logisch...) rein technischer Natur.

   

und was kann ich damit anfangen ?

Naja, um ehrlich zu sein: wahrscheinlich nicht viel. Man kann natürlich die Hotline seines Netzbetreibers anrufen und mit irgendwelchen Meßwerten rumnerven. Aussagen wie "...Pegel von nur xx dBm..." und "...habe ich da im Internet gelesen...." führen regelmäßig zu ausgesprochen vergnüglichen Telefongesprächen. Trotz allem wissen die im allgemeinen recht gut selbst, wie gut oder schlecht Ihr Netz wirklich ist. Wer allerdings interessiert daran ist, wie denn nun dieses GSM-Netz funktioniert und genug technisches Grundwissen besitzt, für den kann der Monitormodus ganz interessant sein. Der "Trick" mit der Umbrella-Zelle ist zum Beispiel schön zu beobachten.
Naja, es soll allerdings auch schon Leute gegeben haben, die mittels Monitormodus in der Kneipe den Platz mit dem besten Empfang ausgesucht haben.... (der Kollege Bernas zum Beispiel). Und nicht zuletzt ist es für manche Leute (...mich...) einfach wichtig zu wissen, wo dieser Sender jetzt eben steht. Auch wenn manchen anderen das ziemlich blöde vorkommt.

 

wie komme ich rein in diesen Monitormodus?

idle mode : idlemodededicated mode : dedmode

 

Aha, und was heißt das alles jetzt?

im Idle-Mode, d.h. zur Zeit wird kein Gespräch geführt, gilt das linke Bild:

CHxxx

die Nummer des Kanals, auf dem das Telefon im Moment denBCCH empfängt. Die Anzeige '000' bedeutet Frequency-Hopping
theoretisch möglicher Wert: 0 ... 124

RXxxx

der Pegel in dBm, mit dem momentan der BCCH empfangen wird
theoretisch möglicher Wert: 0 ... -127

Nx

National Color Code der empfangenen Basisstation
theoretisch möglicher Wert: 0 ... 7

CI xxxx

die 2 Byte aus Cell Identity, die sich direkt auf die jeweilige Zelle beziehen, in etwa vergleichbar mit der Hardwareadresse der Basisstation. Interessant ist hierbei auch die Methode, mit der die Betreiber Ihre BTSen nummerieren.

Bx

Base Station Identity Code (oft auch Base Station Color Code) unterscheidet benachbarte Zellen, deren BCCH auf gleicher Frequenz liegt
theoretisch möglicher Wert: 0 ... 7

LAI ccFcnn kkkk

Location Area Identity, enthält Country- und Network-Code des empfangenen Netzes ccc-nn (hier 62F220, also 262-02 für D2) sowie die Kennung der Location Area kkkk (hier also 02D0). Die einzelnen Ziffern sind ein wenig gemischt. Beispiele:

Netzcode: Anzeige:
123 - 45 (Beispiel) 21 F 354
234 - 15 (UK Vodafone) 32 F 451
234 - 10 (UK Cellnet) 32 F 401
208 - 01 (F Itineris) 02 F 810
208 - 10 (F SFR) 02 F 801

Bei einem Wechsel der Location Area findet ein Location Update statt.

TXPWRxx

entspricht MX_TXPWR_MAX_CCH und gibt die maximale Leistung, mit der das Telefon in dieser Zelle auf einem bestimmten Organisationskanal, dem RACH , einen Burst senden darf, an. Die Angabe ist in dBm.
theoretisch möglicher Wert: 13 ... 43 in der Praxis: 31 ... 39

(Tabelle zur Umrechnung dBm nach Watt)

Wichtig: Aus dieser Angabe kann nicht automatisch auf die Sendeleistung der Basisstation geschlossen werden. Hier sind schließlich noch solche Dinge wie unterschiedliche Empfängerempfindlichkeiten oder Diversitygewinn zu beachten.

RXAM

entspricht RXLEV_ACCESS_MIN, der Pegel in dBm mit dem das Telefon diese Zelle mindestens empfangen muß, um hier einbuchen zu können.
theoretisch möglicher Wert: 0 ... -127 in der Praxis: -98 ... -106

C1xxx

Das C1-Kriterium (auch als 'Path-loss-Criterion bezeichnet) bestimmt u.a. welche Zelle im Idle Mode vom Telefon gewählt wird. Es berechnet sich folgendermaßen: (MS_MAX_TXPWR ist die maximale Sendeleistung des Telefons)

C1=(RX - RXLEV_ACCESS_MIN - MAX((MX_TXPWR_MAX_CCH - MS_MAX_TXPWR),0))
 

Nach drücken des rechten Softkeys bekommt man die 6 pegelmäßig am stärksten empfangenen Nachbarzellen angezeigt, wobei

  • CH die Kanalnummer des BCCH der entsprechenden Zelle ist
  • RX der Empfangspegel (wobei ab -100dBm die führende 1 weggelassen wird, also statt -100dBm 00 etc.)
  • RM entspricht RXAM
  • TX entspricht TXPWR
  • NB entspricht N und B wie oben
 

Im dedicated mode, d.h. während eines Gesprächs, gilt das rechte Bild:

xxxTSy

Die Nummer des Kanals, in dem der zur Übertragung benutzte TCH/F liegt (xxx) sowie die Nummer des von diesem benutzten Timeslots (TSy) von 0-7.

TAxx

Timing Advance, je nun, Timing Advance eben. Siehe im Begriffsverzeichniss.
theoretisch möglicher Wert: 0 ... 63

PL

Powerlevel, der momentane Sendepegel des Telefons. Dieser Wert wird vom BSC vorgegeben und dem Telefon etwa 2mal pro Sekunde mit jeder Nachricht im SACCH mitgeteilt.

(Tabelle zur Umrechnung zwischen PL, dBm und Watt)

LF

C1, berechnet auf der Basis von "continuous transmisson"

LS

C1, berechnet auf der Basis von "discontinuous transmission"

QF

Bitfehlerrate, berechnet auf der Basis von "continuous transmission"

QS

Bitfehlerrate, berechnet auf der Basis von "discontinuous transmission"

(Tabelle zur Umrechnung von QF/QS nach Bitfehlerrate)

RX-xx ist der momentane Empfangspegel des benutzten Kanals, CIxxxx, N, LAI und Bx entsprechen dem oben bei "idle mode" gesagten.

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